Selbstverständnis

Selbstverständnis

Nolde

Stiftung Seebüll
Ada und Emil Nolde

Nolde

Schon früh bewegte Emil Nolde der Gedanke, für sein Werk eine feste Bleibe zu finden: „eine selbständige, freie Stiftung“, die der Allgemeinheit geöffnet werden sollte. Dazu verfügte er gemeinsam mit seiner Frau Ada testamentarisch die „Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde“. In der Präambel schreibt Nolde:  „Alle europäischen Städte u. Großstädte haben ihre Museen voll tausender Kunstwerke aus alter und neuer Zeit.  Es hat dies für die vielen Menschen seine große Schönheit und auch den Nachteil des all zuviel Gebotenen und der Übermüdung. Ein jeder Museumsbesucher wird dies erfahren haben. Ganz gegensätzlich diesem, sollen in unserem kleinen Gewese in ländlicher einfacher Natur die Menschen unserer engeren Heimat einerseits, u. andererseits – bildlich gesprochen – der suchende, geistige Wanderer aus allen Landen, eine bescheidene, besondere Stätte finden, wo ihm etwas Glück u. künstlerisch-geistige Erholung gegeben wird.“

Die Nolde Stiftung Seebüll hat den Auftrag, den umfangreichen Nachlass Emil Noldes in Seebüll im Sinne des Künstlers zu verwalten, sein Werk der Nachwelt zu erhalten und weltweit zu vermitteln.

Aufgrund des Reichtums der Sammlung an Gemälden, Aquarellen, „Ungemalten Bildern“, Zeichnungen, graphischen und kunsthandwerklichen Arbeiten, ist es der Stiftung möglich, jährlich wechselnde Ausstellungen in Seebüll zu zeigen. Darüber hinaus veranstaltet die Stiftung gemeinsam mit bedeutenden Museen im In- und Ausland größere Ausstellungen und stellt Leihgaben für verschiedene Ausstellungen zur Verfügung.

60 Jahre –  Nolde Stiftung Seebüll – 2016
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Die Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde besteht am 12. Juni 2016 sechzig Jahre.

Mit mehr als 60.000 Besuchern jährlich kann die an der deutsch-dänischen Grenze beheimatete private Stiftung erfolgreich auf ihre 60jährige Tätigkeit zurückblicken: insgesamt besuchten bisher mehr als 4,2 Mio. Menschen das Museum mit den jährlich wechselnden Ausstellungen, um das von Ada und Emil Nolde geschaffene Gesamtkunstwerk zu erleben. Die Stiftung unterstützt und veranstaltet weltweit vielbeachtete Ausstellungen und hat zahlreiche Publikationen zu Leben und Werk Emil Noldes herausgegeben.

In der Vergangenheit gab es aber auch Fehleinschätzungen. Legendenbildungen wurden gefördert, ohne die Widersprüche in der Biographie von Emil Nolde hinreichend darzustellen. Seit Langem ist bekannt, dass Emil Nolde 1934 als dänischer Staatsangehöriger Mitglied der Nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaft Nordschleswig wurde. Neu ist aber, dass Emil Nolde, obwohl ab 1937 als „entarteter“ Künstler verfemt und 1941 mit Berufsverbot belegt, bis zum Zusammenbruch des Dritten Reiches Anhänger des NS-Regimes blieb. Das belegen erste Ergebnisse einer von der Nolde Stiftung unterstützten historischen Studie über die Verbindungen Emil Noldes zum Nationalsozialismus. Darin wird auch auf die unzureichende Aufklärungsarbeit der Stiftung in den vergangenen Jahrzehnten verwiesen. Erst 2013 haben das Kuratorium und der damals neue Direktor Dr. Christian Ring damit begonnen, die Archive in Seebüll zu öffnen.

Die Stiftung sieht sich in der Verpflichtung, in der Vergangenheit entstandene Fehleinschätzungen um die Person Emil Noldes als Phänomen deutscher Nachkriegsverdrängung aufzuklären. Des Weiteren sollen neue Erkenntnisse und Rückschlüsse in die wissenschaftliche Aufarbeitung des umfangreichen Werkes eines der wohl bekanntesten deutschen Expressionisten eingebracht werden.

Die Stiftung wird alles tun, um die Person Emil Noldes authentisch und differenziert darzustellen und sein umfangreiches Schaffen aufschlussreich und zeitgemäß zu präsentieren.

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