Noldes Sammlung

Neuerwerbung

Nolde

Noldes Sammlung

Heckel, Kirchner, Schmidt-Rottluff, Jawlensky und Marc in der Sammlung Nolde

Nolde

Emil Nolde trat vor dem 26. Februar 1906 der Künstlergruppe Brücke bei. Neben der Wertschätzung durch Fritz Bleyl, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff war es Ada, die mit ihrer jubelnden Überzeugungskraft den anfangs zaudernden Emil überredete. Das Ehepaar Nolde lieferte entscheidende Impulse für die Organisation der Künstlervereinigung. Gleich eine ihrer ersten Einbringungen ist der Vorschlag der Passiven Mitgliedschaft, die Ada äußerst erfolgreich bewarb. Die Mitgleidsbeiträge sollten die finanzielle Situation verbessern. Noldes regten an, dass die Mitgliedskarte das Passive Mitglied als Holzschnitt erreichte. Im Bestand der Nolde Stiftung Seebüll haben sich die Mitgliedskarten Ada Noldes von 1906, 1907 und 1909 erhalten. Sie setzten durch, dass diese wichtigen Freunde und Förderer informative Mitteilungen und Originalgraphiken zugeschickt bekamen – die sogenannten Jahresberichte und Jahresgaben. Diese strategischen Maßnahmen steigerten enorm und nachhaltig den Bekanntheitsgrad der Brücke.

Bei aller Bereicherung war das Zusammenwirken nicht konfliktfrei. Das Engagement von Ada und Emil Nolde ist unermüdlich und gut organisiert, entsprechend hoch waren die Erwartungen an ihre jungen, unerfahreneren und weniger vernetzten Mitstreiter. Die Situation eskalierte, als die Belange der Brücke-Gemeinschaft mit den Einzelinteressen der Noldes kollidierten. Die verletzten Verliebtheiten zwischen Ada und Schmidt-Rottluff, zwischen Ada und Heckel luden das Beziehungsgeflecht emotional auf, steigerten die Befindlichkeiten auf beiden Seiten und verstärkten den beruflichen Konflikt. Während die beruflichen Gründe den Ursprung lieferten, können die persönlichen als Anlass für den Austritt Noldes am 9. November 1907 gelten.

Die Jahresgaben der Jahre 1906 bis 1909 und weitere Graphiken der Brücke-Künstler machen einen bedeutenden Teil der Sammlung Noldes aus. Doch auch der freundschaftliche Kontakt zu Alexej von Jawlensky, Paul Klee und Franz Marc aus dem Kreis des Blauen Reiters, der auch die jeweiligen Ehefrauen miteinschloss, manifestiert sich im Bestand. Zwar ist die Anzahl deutlich geringer, aber diese Kunstwerke sind von höchster künstlerischer Qualität und zeigen die jeweils charakteristischen Sujets: das Gesicht bei Jawlensky, die Figur bei Klee und Tierdarstellungen bei Marc.

Nolde vereinte in seiner Sammlung insbesondere die Werke von Künstlern, mit denen er bekannt oder befreundet war. So legt diese Sammlung zugleich Zeugnis über das Netzwerk des Einzelgängers Noldes ab.

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