62. JAHRESAUSSTELLUNG 2018

Nolde

62. Jahresausstellung 2018
EMIL NOLDE WANDERJAHRE. DIE ENTDECKUNG DER FARBE

Heckel, Kirchner, Schmidt-Rottluff, Marc und Jawlensky in der Sammlung Nolde

Nolde

Der große Expressionist Emil Nolde ist zielstrebig seinen Weg gegangen. Er war schon über 30 Jahre alt, als er seinen Lebenstraum verwirklichen konnte, nämlich Künstler zu werden. Im Januar 1898, Nolde ist zu dieser Zeit ausgewiesener Kunsthandwerker und trägt noch seinen Geburtsnamen Hansen, geht er nach München, um »das Handwerk, die Technik des Malens zu erlernen«. Die 62. Jahresausstellung auf Seebüll legt einen Schwerpunkt auf die Wanderjahre, in denen der Künstler die Farbe entdeckt. Sein Weg führt ihn über München, Polling, Dachau, Paris und Kopenhagen zurück in seine Heimat im deutsch-dänischen Grenzgebiet. Zum ersten Mal präsentieren wir die während dieser Zeit entstandenen Werke in größerer Zahl. Sie spiegeln die kaum bekannten Entwicklungsstufen vom tonigen Realismus zum atmosphärischen Impressionismus und darüber hinaus wider. Staunend können wir an Noldes Entwicklung zum Farbenmagier teilhaben. Er fand in der Farbe sein eigentliches Ausdrucksmittel und wurde zu einem der Hauptvertreter des Expressionismus. Neben dem unbekannten Nolde zeigen wir mit über 150 Exponaten aus unterschiedlichen Werkbereichen und allen Schaffensphasen bekannte Meisterwerke und weitere ebenbürtige Schätze aus dem hochkarätigen Bestand der Stiftung.

Im Wohn- und Atelierhaus Seebüll sehen Sie neben Nolde Werke von neun anderen Künstlern: Cuno Amiet, Fritz Bleyl, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Alexej von Jawlensky, Max Pechstein, Paul Klee und Franz Marc. Diese sind nicht etwa als Leihgaben zu Gast, sondern sie gehören zu Seebüll. Nolde hatte eine Sammlung mit Werken von Künstlerkollegen, die er in seiner Berliner Wohnung aufbewahrte, wo der größte Teil am 15. Februar 1944 infolge eines Bombentreffers zerstört wurde. Erstmals stellen wir nun einen Teil der erhaltenen Sammlung der Öffentlichkeit vor. Meist sind die Künstler Weggefährten, die Nolde insbesondere zu Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit ein Stück weit begleitet haben, viele von ihnen aus dem Umkreis der Künstlergruppe Brücke. In Seebüll umgab sich Nolde stets mit seinen eigenen Werken, die er auf Schritt und Tritt prüfte, doch hingen zu seinen Lebzeiten die beiden Arbeiten von Franz Marc sowie die Radierung von Paul Klee in seinem Wohnzimmer.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Erleben und Entdecken!

Dr. Christian Ring
Direktor der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde

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