

Mit Werken von Arnold Böcklin, Eric Fischl, Edvard Munch, Pablo Picasso und Andy Warhol
BIS 31. OKTOBER 2010
„Die Menschen sind meine Bilder. Lachet, jubelt, weinet oder seid glücklich“, schreibt Emil Nolde. In all seinen Schaffens phasen konzentrierte sich der Maler immer wieder auf die Frau als Motiv, doch fassbar wurde das weibliche Wesen für ihn nie. In Frauen „innigstes Wesen mich einlebend“ entstanden seine Bilder, notiert Nolde. „Unverständlich ist mir vieles, – ich brauche es nicht zu wissen. Ob die schwere Vereinsamung in der Jugend, die tiefen erschreckenden Momente vor dem Tod stehend nicht sein mußten? Ob wohl nicht auch die schwarzen, schwarzen Nächte sein mußten, um tiefstliegende eigenmenschliche Empfindungen zu lösen?““
Die künstlerischen Temperamente, die Nolde, angeregt durch die Gegenwart der Frau, durchlebte und verbildlichte, reichen von Bewunderung über Furcht bis zum Begehren – von unaufgelöster Spannung bis zu gelöster Harmonie. Ob die Bildwelten erdacht oder tatsächlich erlebt wurden, spielte für den Maler keine Rolle. Wichtig für ihn war die Intensität des Gefühls: Es konnte von stiller Ergriffenheit bis hin zur wirbelnden Ekstase reichen.
Dr. Jörg Garbrecht
Kurator der Ausstellung
Mit freundlicher Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung